6:2-Zittersieg zum Saisonauftakt

Es mutet ungewohnt an, dass der erste Spieltag einer Verbandsrunde erst Mitte Oktober stattfindet. Besser spät als nie durfte unsere Zweite nun doch ihren ersten Spieltag daheim gegen FTV 1860 Frankfurt beschreiten. Doch nicht nur dieser späte Saisonauftakt ist ein Novum. Es ist zugleich der erste Wettkampf im für uns neuen 120-Wurf-Punktesystem.

Kurzvorstellung der Regeln: es bleibt bei sechs Startern, gespielt werden 120-Wurf in vier Durchgängen (je 15 Volle und 15 Abräumen). Statt wie im 200-/100-Wurf-System die reinen Gesamtpunkte aller Spieler zusammenzuzählen um die Gewinnermannschaft zu ermitteln, liegt der Fokus nun auf den direkten Duellen zum Gegenspieler. Für jeden der vier Durchgänge wird ein Satzpunkt für jede Paarung vergeben. Diesen Satzpunkt erhält der jeweils bessere Spieler des direkten Duells. Bei gleicher Holzzahl wird der Satzpunkt aufgeteilt (0,5). Der Spieler, der im direkten Duell die meisten Satzpunkte auf seiner Seite hat, erhält dann den zugehörigen Mannschaftspunkt. Sollten die Satzpunkte gleich sein (2:2) erhält derjenige Spieler den Mannschaftspunkt, der das größere Holzergebnis vorweisen kann. Zusätzlich werden zwei Mannschaftspunkte für das bessere Mannschaftsergebnis vergeben. Auch bei großem Rückstand zum direkten Gegenspieler darf also nicht einfach aufgegeben werden.

Dieses Spielsystem erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Durch die geringe Wurfzahl können ein einzelnes schlechtes Räumbild oder ein Neuner zur rechten Zeit satzentscheidend sein. Auch muss sehr taktisch gestellt werden: die Aufstellung nimmt zuerst die Heimmannschaft vor, der Gast stellt dann entsprechend dagegen.

Den Beginn machten Horst Schlett und Sven Fornoff. Horst spielte routiniert mit seinem Gegner mit und erzielte ohne jeden Herzschlagmoment mit 4:0 Satzpunkten souverän den Mannschaftspunkt. Sven tat sich im Vorbereitungsspiel noch sichtbar leichter als heute. Die Schwierigkeit seine sonst so sichere Hausgasse zu finden, schlug sich dann auch im Ergebnis der Paarung negativ nieder (1:3, damit Punkt für den FTV Frankfurt). Mit Blick auf die angesprochene, taktische Stellung haben wir hier jedoch zufällig ein glückliches Händchen bewiesen, da die durchwachsene Leistung von Sven direkt auf den Tagesbesten und damit stärksten Gegenspieler traf.

Im Mittelpaar traten Alexander Schachner und Dominic Frey an. Alex ließ sein Kegeltalent heute nur in kurzen Auszügen aufblitzen. Leider zu kurz, um gegen seinen Gegenspieler zu bestehen. So musste er den Punkt mit einem 2:2 aber geringerer Holzzahl an Frankfurt abgeben. Unser Mitstarter Dominic brachte heute aber ein sehr ansehnliches Spiel auf die Bahn: mit viel Kraft und Präzision erspielte er uns nach 3:1-Satzpunkten und ordentlichem Gesamtergebnis einen Punkt.

Nach Gesamtholz war Frankfurt nach Ende der Mittelpaarungen noch 10 LP vorn. In Summe stand es zu diesem Zeitpunkt folglich 2:4, die Ausgangslage war jedoch ziemlich gut und nahe am Gleichstand. Die Endpaarung sollte durch Franz Tumulka und Jonas Brauburger bestritten werden. Franz spielte gewohnt stark, Jonas blieb mal wieder hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nach zweien der vier Durchgänge sah die vorher gute Ausgangslage nicht mehr so positiv aus. Im direkten Duell stand es bei Franz 1:1, bei Jonas 0:2. Auch mit den Gesamtholz lag man nun rund 30 LP hinten.

Mit den letzten beiden Durchgängen konnte man das Ruder dennoch denkbar knapp herumreißen. Franz spielte stark weiter (3:1), Jonas riss sich am Riemen und konnte von der nachlassenden Leistung seines Gegenspielers profitieren (2:2, Jonas Sieger nach Holzzahl). Beide holten damit nicht nur die Satzpunkte, sondern konnten aufgrund des großen LP-Abstands auch die Gesamtholzwertung für uns entscheiden.

Ein Spiel, das erst in den letzten beiden Durchgängen entschieden wurde und ein recht durchwachsenes Bild abgibt. Es beruhigt sicher, das erste Spiel einer Runde in einem neuen Wertungssystem zu gewinnen. Die Art und Weise des Siegs fallen jedoch eher in die Rubrik „glücklicher Sieg“.

Einzelergebnisse: Franz Tumulka 570 LP, Dominic Frey 570 LP, Horst Schlett 555 LP, Jonas Brauburger 540 LP, Alexander Schachner 538 LP, Sven Fornoff 526 LP.